Ehrenamt im Oberwald, Teil 3: Heute mit Christian Happ, Trainer der C2-Junioren

„1,7 Millionen Menschen engagieren sich als Ehrenamtliche oder Freiwillige für den Amateurfußball. Sie bilden die Basis der Fußballorganisation. Ihre Arbeit ist leidenschaftlich, kompetent und verantwortungsvoll.“ So lesen wir es auf der Homepage des DFB...

In einer neuen Serie wollen wir auf der lilanen Homepage und auf Facebook im Jahr 2021 in unregelmäßigen Abständen Ehrenamtsträgerinnen und Ehrenamtsträger vorstellen, die bei der Spielvereinigung aktiv sind. Heute in der virtuellen Interviewzone: Christian Happ, Coach der C2-Jugend. 

1. Hallo Christian, der Ball ruht bei der Jugend bereits seit November 2020. Wie gehst du als Trainer der C2-Jugend in Aue mit dieser Situation um und wie hältst du den Kontakt zu deinen Spielern?

Christian Happ: Hallo Wolfgang, zuerst einmal hoffe ich, dass es dir gut geht. Wir alle durchleben aktuell eine herausfordernde Zeit, mit der wir Anfang 2020 sicherlich nicht gerechnet hatten. Für mich als Jugendtrainer ist die momentane Situation sehr unbefriedigend, da ich eben weiß, dass die Jungs zum Nichtstun (in Bezug auf das Mannschaftstraining) verdonnert sind. Natürlich habe ich es mit online-Training versucht. Aber letztendlich wollen die Jungs eigentlich nur eins: Kicken! Es ist natürlich auch frustrierend, da wir Trainer mit unserem Team an einem Konzept und der Weiterentwicklung  des Teams gearbeitet haben und erneut mittendrin gestoppt wurden. Das hatten wir ja schon in der letzten Saison...

2. Wie viele Spieler aus welchen Jahrgängen trainierst du?

Christian Happ: Der Kader umfasst 18 Spieler aus den Jahrgängen 2006 und 2007.

3. Seit wann bist du Trainer in Aue und wie kamst du zu diesem Ehrenamt?

Christian Happ: Ich bin jetzt in der dritten Saison Trainer bei der Spielvereinigung. Der Beginn verlief wie bei so vielen Trainern. Da mein Junior hier in Aue Fußball spielt und ich seit mehreren Jahren mit meinem Unternehmen als Teamsponsor bei der Jugend agiere, kam die Jugendleiterin Alexandra Barthlott auf mich zu, als bei der neu formierten D3 kein Trainer zur Verfügung stand. Ob ich denn nicht das Traineramt übernehmen könnte. Nach einer kurzen Bedenkzeit habe ich dann zugesagt.

4. Hast du früher selbst gespielt und wenn ja, wo warst du aktiv?

Christian Happ: Ja, ich habe in meiner Jugend auch selbst Fußball gespielt. Ich war von der E-Jugend bis zu den B-Junioren beim FC 21 Karlsruhe. Die hatten zu dieser Zeit eine richtig gute Jugendabteilung.

5. Beruflich bist du selbstständig, führst zusammen mit deinem Bruder einen Sanitär- und Heizungsfachbetrieb. Wie wirkt sich die Coronakrise auf eure Firma aus?

Christian Happ: Wie gesagt, die Pandemie stellt uns alle täglich vor neue Herausforderungen. Die Auftragslage hat sich bei uns zum Glück nicht verschlechtert. Für uns liegt die Herausforderung eher darin, die Risiken beim Kundenkontakt und bei uns in der Firma zu minimieren. Da meine Monteure letztendlich kein Homeoffice machen können, sondern beim Kunden vor Ort agieren müssen. Zum Glück sind wir bisher ohne einen positiven Befund durch die Pandemie gekommen.

6. Trainer - eine Berufung oder ein Hobby für dich? Planst du, als Coach langfristig tätig zu sein, mit dem Erwerb von Lizenzen etc.?

Christian Happ: Trainer sein ist für mich mehr als nur ein Hobby. Ich möchte, dass sich jeder meiner Spieler weiterentwickeln und ich auf die aktuellsten und auch auf altersgerechte Trainingsmethoden zurückgreifen kann. Deshalb habe ich Ende 2019 mit der C-Trainerlizenz begonnen; leider wurden 2020 und zu Beginn des Jahres 2021 die Profillehrgänge auf der Sportschule Schöneck coronabedingt abgesagt.

7. Wie oft trainierst du im Normalfall mit deiner Mannschaft und wie viele Stunden verbringst du wöchentlich im Ehrenamt?

Christian Happ: Was das Training angeht ist es so, dass ich mit der C2 zweimal wöchentlich trainiert habe. Mein Ziel ist es aber, mindestens drei Mal in der Woche zu trainieren. Meistens bin ich so 30-45 Minuten vor dem Training da und bereite den Platz entsprechend der geplanten Einheit vor. Das heißt, an einem Trainingstag bin ich so 2-2,5 Stunden beschäftigt. Dazu kommen dann noch die Spieltage und Turniere. Da muss die Familie natürlich schon mitspielen.

8. Auf welche Inhalte legst du im Training besonderen Wert?

Christian Happ: Mein Ziel ist es, dass jeder Spieler die Möglichkeit erhält, sich persönlich und fußballerisch zu verbessern, wir gemeinsam an seinen Stärken und Schwächen arbeiten. Ganz wichtig ist mir persönlich, dass jeder einzelne Spieler sein Können in den Dienst der Mannschaft stellt, denn das TEAM steht über allem.

9. Übungsleiter einer C-Jugend, das bedeutet auch, mit pubertierenden Jugendlichen zu tun zu haben. Schwierig?

Christian Happ: Ich denke, dass mir jeder Trainer, der schon einmal C-Junioren trainiert hat, bestätigen kann, dass du ein ziemliches Fingerspitzengefühl für die Jungs entwickeln musst. Gerade in diesem Alter beginnen sie, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Die beginnende Pubertät macht es nicht unbedingt leichter. Wenn es dir als Trainer aber gelingt, die Spieler für die Sache zu begeistern, entwickeln sie eine unglaubliche Dynamik. Sie übernehmen auf dem Platz Verantwortung und stellen sich in den Dienst der Mannschaft. Klar ist natürlich auch, das sich dies bei Erfolg leichter bewerkstelligen lässt als wenn du immer verlierst.

10. Du bist in Durlach-Aue mit deinem Unternehmen auch Sponsor, Wann und wie kam es zu diesem Engagement?

Christian Happ: Mein Engagement als Sponsor begann eigentlich schon vor etwa sieben Jahren, als mein Junior in Aue mit dem Fußball angefangen hat und seine damalige Mannschaft keinen vollständigen Trikotsatz besaß. Da habe ich mich sofort dazu bereit erklärt, einen neuen Trikotsatz zu spendieren. Dies habe ich dann in den folgenden Spielzeiten wiederholt. Seit mittlerweile vier Jahren unterstütze ich nun das Teamsponsoring im Jugendbereich.


11. Bitte ergänze noch die folgenden Satzvorgaben:

An der Spielvereinigung Durlach-Aue schätze ich....die vielen engagierten Verantwortlichen, die diesen tollen Jugendbereich am Laufen halten.

Der in Aue schon fast traditionelle Einsatz von C1-Spielern im Zweierteam....hat Vor- und Nachteile und sollte immer gut überlegt sein.

Das Kunstrasenprojekt in Aue.....ist ein absolutes Muss und sollte so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Handyverbot in der Kabine....ist richtig und wichtig, denn der Fokus sollte auf der anstehenden Aufgabe liegen.

Mein Vorbild im Fußball....da gibt es mehr als nur eines, da ich Spieler bewundere, die auf ihrer Position alles geben.

Den eigenen Sohn zu trainieren....ist nicht immer leicht, denn bisweilen verschwimmen die Grenzen zwischen der Vaterrolle und dem Trainerjob und man muss sich diesbezüglich auch regelmäßig selbst hinterfragen.

Der KSC wird sich am Ende der Saison....im oberen Tabellendrittel befinden. Die Entwicklung der Mannschaft unter Christian Eichner und seinem Trainerteam ist aller Ehren wert.

Christian, besten Dank für deine Zeit und die interessanten Antworten. Man sieht sich....

ws, 15.02.2021