Auf neuen Wegen mit neuen Strukturen? Robin Kies, Sportlicher Leiter in der Jugendabteilung, stellt sich vor

Nach Viola Frankenberg hat sich im Oberwald nun weitere Unterstützung für Jugendleiterin Alexandra Barthlott eingefunden: Robin Kies beginnt zur Saison 2021/22 als Sportlicher Leiter bei der Spielvereinigung. Hier steht er "ws" Rede und Antwort zu seiner neuen Funktion und der Situation im Jugendbereich allgemein...

Hallo Robin, du verstärkst seit kurzem die Jugendleitung der Spielvereinigung als "Sportlicher Leiter für die Großfeldteams". Was beinhaltet diese Funktion und für welche Mannschaften bist du zuständig? 

Robin Kies: Ich bin für die Jahrgänge 2005-2008 zuständig, welche in vier Mannschaften (C2, C1, B2 und B1) aufgeteilt sind. Meine Aufgabe ist es, einen reibungslosen Ablauf für die Mannschaften und Trainer zu gewährleisten. Ich bin quasi das Bindeglied zwischen Trainern und der Jugendleitung. Hierbei versuche ich, den Trainern soweit Unterstützung zu bieten, dass diese sich rein auf ihre sportlichen Aufgaben konzentrieren können.

Du warst zuvor Jugendtrainer beim 1.CfR Pforzheim, spielst aber seit der Saison 2020/21 als Torwart für Aue 2 (Herren). War da der Wechsel nach Aue im Funktionärsbereich folgerichtig?

Robin Kies: Ich bin zur Saison 2019/20 als Jugendtrainer zum CfR gewechselt. Ich hatte dort zwei ganz tolle Jahre mit Stefan Willmann und, im zweiten Jahr, auch mit Noah Riefle, der uns im Trainerteam nicht nur sportlich, sondern auch menschlich perfekt ergänzt hat. Die beiden übernehmen gemeinsam die U15 beim CfR. Dafür wünsche ich ihnen maximalen Erfolg! Außer, wenn es gegen die Spielvereinigung geht (lacht). Es war allerdings von Beginn an klar, dass die Zusammenarbeit nur auf zwei Jahre begrenzt sein würde. Ich habe immer verdeutlicht, dass wenn es die Möglichkeit geben sollte, eine Position in Aue übernehmen zu können, ich dies auch wahrnehmen würde. Das hat sich dann letztes Jahr als aktiver Spieler ergeben und jetzt, nach dem Abbruch der Saison 2020/21, auch im Funktionärsbereich.

In Durlach-Aue bist du sehr bekannt, zumal der Name "Kies" hier stark verwurzelt ist. Kannst du für diejenigen, die dich nicht kennen, kurz deinen sportlichen und beruflichen Werdegang skizzieren?

Robin Kies: Ja, der Name Kies scheint durchaus bekannt zu sein (lacht). Zu meiner Person: Ich bin 26 Jahre alt und quasi seit ich denken kann bei der Spielvereinigung. Im aktiven Bereich habe ich bis zum Beginn der letzten Saison beim VSV Büchig gespielt. Zu meinem beruflichen Werdegang: Ich bin gelernter Kaufmann für Versicherungen und Finanzen und in meinem gelernten Beruf seit drei Jahren selbstständig.

Die Spielvereinigung ist seit 2018 mit der C-, B- und A-Jugend (die ja in Aue zur Aktivität gehört) in der höchsten badischen Spielklasse, der Verbandsliga, vertreten. Dass die letzten beiden Spielrunden wegen der Coronakrise abgebrochen wurden, kam Team Lila, wenn man ehrlich ist, teilweise zugute. Ist Durlach-Aue aus deiner Sicht so gut aufgestellt, um die Verbandsliga in den höheren Jugenden dauerhaft zu halten?

Robin Kies: Ja, die beiden Corona-Jahre waren rein aus tabellarischer Sicht natürlich nicht nur zum Nachteil für uns, das muss man ganz klar sagen. Allerdings ist es natürlich auch eine wahnsinnig schwere Aufgabe, einen so großen Jugendbereich über die Breite dauerhaft für diese Spielklasse aufzustellen. Hier haben Alexandra Barthlott als Jugendleiterin und Thomas Kies als Jugendvorstand tolle Arbeit geleistet. Nicht zu vergessen natürlich auch Viola Frankenberg, die sich seit Jahren um den Aufbau und die Erweiterung unserer Abteilung Mädchenfußball kümmert. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir auch in den nächsten Jahren die Voraussetzungen haben, dauerhaft oben spielen zu können.

Wo siehst du die Schwerpunkte deiner Arbeit? Wo gilt es für dich, den Hebel anzusetzen?

Robin Kies: Ich versuche, für meinen Bereich eine einheitliche Struktur zu schaffen und Abläufe so einfach und effizient wie möglich zu gestalten. Ich möchte den Trainern die Möglichkeit bieten, sich voll und ganz auf ihre Mannschaft und die sportlichen Aufgaben zu konzentrieren. Daran werden sie dann auch gemessen. Wenn wir als Team arbeiten und das Motto "Einer für alle, alle für einen" leben, dann haben wir schon viel erreicht.

In den Pfingstferien fanden bei den C- und B-Junioren erste Sichtungstrainings für die neue Saison statt. Wie war hier die Resonanz?

Robin Kies: Wir hatten Glück, dass die Sichtungstrainings aufgrund der Pandemie überhaupt stattfinden konnten. Ich muss gestehen, ich habe weder mit Rückmeldungen noch mit einer Durchführung gerechnet. Ich kann aber rückblickend sagen, dass es unter solchen Umständen zwei gelungene Sonntage waren, an denen wir auch ein paar Neuzugänge fix machen konnten.

Der holprige Rasenplatz 3 wird aktuell in ein Kunstrasenfeld umgewandelt. Ein Standortvorteil für Durlach-Aue gegenüber anderen Vereinen?

Robin Kies: Die Spielvereinigung bietet seit Jahrzehnten ein super Umfeld für den Fußball, aber auch für die vielen anderen Abteilungen in unserem Verein. Der Bau eines Kunstrasens ist die logische Konsequenz für einen Verein unserer Größenordnung. Wir können damit noch bessere und professionellere Bedingungen bieten und werden dahingehend in Zukunft definitiv einen Vorteil haben.

Wie bewertest du allgemein das fußballerische Niveau im Karlsruher Jugendfußball unterhalb des KSC? Welche Clubs sind aus deiner Sicht die stärksten Konkurrenten für Lila-Schwarz?

Robin Kies: Ich glaube, dass wir in Karlsruhe schon lange bei sehr vielen Vereinen eine gute Jugendarbeit haben, ohne da jetzt spezielle Namen zu nennen. Allerdings muss man schauen, wie die Vereine die Pandemiezeit er- und überlebt haben, da auch wir am eigenen Leib erfahren haben, wie hart eine solche Zeit sein kann. Ich hoffe natürlich, dass die Qualität des Karlsruher Fußballs weiter zunimmt und wir im Kreis Karlsruhe weiterhin spannende Duelle auf hohem Niveau erleben dürfen.

Welche Trainer werden in der kommenden Saison namentlich bei den Großfeldmannschaften am Start sein? 

Robin Kies: Für den Großfeldbereich haben wir in der kommenden Saison folgende Trainer:

C1: Farid Saddedine

C2: Steffen Mall und Sabahattin Yildiz
B1: Benjamin Sobotta und Simon Krasula
B2: Christian Happ und Luigi Petriccione

Wie lautet deine Zukunftsvision und wo steht der Aumer Jugendfußball im Jahr 2025?

Robin Kies. Wenn wir weiter hart arbeiten bin ich überzeugt davon, dass wir (vielleicht mal mit einem Jahr als Ausnahme) auch in fünf Jahren in den oberen Ligen vertreten sein werden. Wir haben die entsprechende Infrastruktur sowie die passenden Funktionäre und Trainer, um eine gute Ausbildung und Perspektive für Jugendspieler bieten zu können.

Robin, ich bedanke mich für deine Zeit und wünsche dir viel Erfolg bei deiner neuen Aufgabe!

ws, 08.06.2021