Nachlese zum Schwetzingen-Spiel: Interview mit Gästetrainer Michael Köpper (51)

Nach dem 2:1 Sieg gegen den SV 1898 Schwetzingen befragte Abteilungsleiter Wolfgang Schmitt den Gästetrainer und ehemaligen Zweitligaprofi Michael Köpper zum Spiel und zu anderen Dingen des Fußballerlebens..

Hallo Herr Köpper, ist Ihr Ärger über die Niederlage vom Sonntag und den „holprigen Platz“ in Aue mittlerweile verraucht? Wie haben Sie das Spiel gesehen?

Michael Köpper: Hallo Herr Schmitt, natürlich habe ich mich über die Niederlage geärgert, denn sie war total unnötig. Insgesamt denke ich, haben wir ein recht ordentliches Spiel von beiden Mannschaften gesehen, das eigentlich mit einem Remis hätte enden müssen. Leider hat meine Mannschaft einen Fehler zu viel gemacht.

Nach schwachem Beginn hat sich der SV 98 mittlerweile stabilisiert und steht gesichert im Mittelfeld. Was war ausschlaggebend für diese Trendwende?

Michael Köpper: Unser Start in die Saison war holprig, das stimmt. Zu Beginn der Runde gab es einige personelle Veränderungen, wodurch auch eine neue Spielweise erforderlich wurde. Da etliche Spieler während der Vorbereitung im Urlaub waren, hat dieser Findungsprozess länger gedauert als allen lieb war. Ich denke, wir haben nun die passende Spielidee gefunden und die Mannschaft hat diese verinnerlicht. Der aktuelle Mittelfeldplatz ist trügerisch, denn auf der sicheren Seite sehe ich uns erst, wenn wir 35 Punkte erreicht haben.

Sie beenden Ihr Engagement in Schwetzingen zum Saisonende nach knapp 1,5 Jahren. Wie fällt Ihr Fazit zu dieser Zeit aus?

Michael Köpper: Ich habe das Team in der Saison 2016/17 acht Spieltage vor Rundenende übernommen und hoffe, in dieser Saison frühzeitig den Klassenerhalt sichern und mehr Punkte als im Vorjahr holen zu können. Zwar beende ich mein Engagement am Saisonende, denke aber, dass wir in meiner Amtszeit eine positive Entwicklung genommen haben. Aus meiner Sicht haben wir uns spielerisch und taktisch, vor allem aber als mannschaftliche Einheit weiterentwickelt. Es war (ist) eine spannende Zeit, die ich nicht missen möchte, aber da ich mir in Zukunft mehr Freizeit wünsche, höre ich zum Saisonende auf. Meinem Nachfolger, Gernot Jüllich, wünsche ich viel Erfolg für die kommende Runde.

Wird es den Trainer Michael Köpper noch bei einem anderen Verein geben?

Michael Köpper: Ich treibe mich jetzt seit 46 Jahren auf Fußballplätzen herum und ich glaube, es gibt noch andere Dinge, die man im Leben machen kann. Ob ich irgendwann wieder Lust habe, als Trainer zu arbeiten, weiß ich heute noch nicht. Ausschließen will ich es auf keinen Fall.

Sie waren von 1988 bis 2001 Profi bei Hannover 96, Eintracht Braunschweig, beim TSV Havelse, dem SV Waldhof, dem VfB Lübeck und bei Kickers Offenbach. Was war Ihre schönste Station?

Michael Köpper: Der Fußball hat in meinem Leben einen hohen Stellenwert. Als Profi hatte ich eine tolle Zeit und konnte hier viele Erfahrungen sammeln. Alle Vereine, bei denen ich gespielt habe, waren so genannte Traditionsvereine. Das heißt, es gab überall große Fangemeinschaften, die ihre Mannschaften mit viel Herzblut unterstützt haben. Das war großartig. Es hat mir überall wirklich viel Spaß gemacht, doch der Aufstieg in die zweite Bundesliga mit Kickers Offenbach 1999 war sicherlich der Höhepunkt. Ein überragendes Erlebnis mit überragenden Fans.

Sie arbeiten hauptberuflich als Lehrer. Was und wo unterrichten Sie da?

Michael Köpper: Zum Ende meiner Spieler-Laufbahn musste ich eine Entscheidung treffen, entweder dem Fußball treu zu bleiben und zu versuchen, als Trainer im Profigeschäft unterzukommen, oder wieder in das „normale“ Leben, mit einem „normalen“ Beruf zurückzugehen. Ich habe mich, im Sinne meiner Familie, für den ruhigeren und planbareren Weg entschieden und bin heute Lehrer an einer Mannheimer Berufsschule. Hier hat man zwar viele Ferien, doch kollidieren diese immer mit der Saisonvorbereitung oder dem Saisonstart. Dies ist auch ein Grund, warum ich zum Saisonende aufhöre, hoffentlich mit noch einigen Punkten mehr auf dem Konto.

Wie bewerten Sie das Team der SpVgg Durlach-Aue?

Michael Köpper: Durlach-Aue sehe ich spielerisch auf einem sehr guten Verbandsliganiveau, mit klarer Struktur und guter Spielidee. Hier leistet der Trainer scheinbar richtig gute Arbeit. Herzliche Grüße und weiter viel Erfolg nach Durlach-Aue!

Herr Köpper, besten Dank für Ihre Zeit und die interessanten Antworten! Ich wünsche Ihnen und dem SV 98 einen erfolgreichen Rundenabschluss.

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